"Sixpack war gestern"


Am Freitag, 02.03.2018 fand für alle Jungen der Klassen 7 und 8 in der dritten und vierten Stunde ein Vortrag mit dem Thema "Sixpack war gestern" statt, der im Rahmen der diesjährigen Suchtpräventionswoche von Frau Kienle (Sozialarbeiterin) und Frau Larger (Suchtpräventionsbeauftragte) veranstaltet wurde.
Hierzu wurde Robert Deiß eingeladen, der zunächst sehr offen und eindrücklich seine Biographie vorstellte. Die Schüler waren von seinen Erzählungen berührt und hörten ihm gespannt zu. Es war eine ruhige Atmosphäre und man sah, wie fesselnd die Jungs den Erfahrungen lauschten. So war Robert Deiß ein noch in der Grundschule beliebtes Kind, das von allen gemocht wurde, dies änderte sich aber, als er auf die weiterführende Schule ging. Er musste dort die leidvolle Erfahrung des Mobbingopfers erleben, was seine spätere Biographie beeinflussen sollte. Um auch wieder anerkannt zu sein, geliebt und scheinbar begehrt, suchte er ein Fitnessstudio auf und begann, hart zu trainieren. Was von nun an zählte war das Stählern eines perfekten Bodys und die damit verbundene strenge Diät. Letztendlich hat er aber eingesehen, dass dies nicht die Lösung seiner Selbstzweifel ist und begann, sein Leben auf Grund an zu ändern. Tatsächlich schaffte er es, nun mit sich und seinem Körper im Einklang zu sein - auch ohne Muskelpaket.
Anhand von Bildern erörterte er gemeinsam mit den Schülern das vermeintliche Schönheitsideal eines Mannes und woher dieses überhaupt kommt. Hier wurde auf die Medien verwiesen, die die Traumkörper auf den Zeitschriften ablichten und somit suggerieren, dass dies das Nonplusultra sei. Dass hier aber vor allem mit Photoshop gearbeitet wird und sämtliche Tricks angewendet werden, um diese "Idole" abzulichten, daran denken die wenigsten. Man lässt sich vom bloßen Bild begeistern und will diesem nacheifern. Da das Training nicht immer effektiv genug und auch anstrengend ist, greift man zu Anabolika oder anderen Stereoiden. Wie gefährlich dies sein kann, zeigt die traurige Geschichte eines Bekannten von dem Referenten, der damit seine Gesundheit aufs Spiel setzte.
Dürfen Männer weinen und Gefühle zeigen? Auch mit dieser Frage beschäftigten sich die Schüler. Man war sich einig: Na klar, wieso denn nicht?!
Der zweite Teil des Vortrags thematisierte die Hip-Hop Szene, die in ihren Videos nur so mit Muskeln prahlt und auch darüber in ihren Texten singt.
Erschreckend ist das Ergebnis der Dr. Sommer Studie von 2016, die eindeutig zeigt, dass immer weniger Jungen mit sich und ihrem Körper zufrieden sind. So setzen sich viele mit dem Thema "Diät und Abnehmen" auseinander und geraten leicht in eine Essstörung. Die Forscher sprechen schon jetzt von einer neuen Form, bei der man sein Spiegelbild anders wahrnimmt: Man sieht sich zu schlank und will doch gut gebaut sein (Adonis-Komplex), obwohl man bereits kräftig an Muskelmasse zugelegt hat.
Der Vortrag endete mit dem Credo: SEI DU SELBST!
Die Schüler waren begeistert und fragten an, ob Robert Deiß nächstes Jahr wieder kommen könne.

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