Kera Rachel Cook - ehemalige Teilnehmerin von „Germany`s Next Topmodel“ -  zu Besuch an der NRS
 

Am Mittwoch, den 22. März 2017 war Kera Rachel Cook - ehemalige Teilnehmerin der Casting Show „Germany`s Next Topmodel“ als Gast an der Neckarrealschule eingeladen. In einem zweistündigen Vortrag vor allen Mädchen der Klassenstufen 7-9 gab sie Einblicke in die Welt der Schönen und vor allem Dünnen  und zeigte die Schattenseiten hinter der Glitzerfassade auf. Im Fokus ihres Vortrages stand das Thema „Hungern um jeden Preis“ und wie Medien arbeiten, damit die Models in den Hochglanzmagazinen auch so aussehen, wie wir sie letztendlich auf den Covern bestaunen.

Sehr eindrücklich schilderte sie ihren Weg in eine Essstörung, da ihr von klein auf immer wieder gesagt wurde, dass sie nicht gut genug sei. Dabei hatte sie doch nur ein Ziel: berühmt und gemocht zu werden. Dafür tat sie auch alles, jede Diät, jeder Verzicht nahm sie auf sich, um endlich als Model durchstarten zu können. Doch auch so sehr sie hungerte und sich in Verzicht übte, sie musste immer wieder Misserfolge hinnehmen. Die Bilder, die sie dabei zeigte, lösten Verwunderung bei den Schülern aus: „Was, da sind doch nur noch Knochen zu sehen und trotzdem noch immer nicht dünn genug?!“

Immer wieder nahm sie an Modelcontests teil, auch erfolgreich. So meldete sie sich bei „Germany`s Next Topmodel an“ und schaffte es immerhin unter die letzten 19 von 23 000 Teilnehmer. Doch auch hier bekam sie stets von den Fotografen zu hören, dass ihr Körperbau zu breit sei.

Nach 11 Jahren in einer Essstörung, zahlreichen Therapien, beschloss sie, sich diesem Magerdruck nicht mehr zu unterwerfen, die Liste mit all den verbotenen Speisen verschwand und sie wurde „Plus Size Model“ - was man übrigens ab Kleidergröße 38 ist! Zum ersten Mal wurde sie für ihren Körper gelobt.

Trotz vielen tollen Shootings, wollte sie nicht mehr für Produktwerbungen ihren Körper herhalten und verdient nun ihr Geld als selbstständige Unternehmerin, indem sie u.a. in Schulklassen Vorträge hält, um die Schattenseite des Business darzustellen.

Neben der Thematik „Schönheitswahn und Essstörungen“ sprach sie einen weiteren Punkt an: Die unrealistische Darstellung von Models in Zeitschriften. Anhand eines Videos zeigte sie, mit welchen Mitteln gearbeitet wird, um nachher ein scheinbar „perfektes Wesen“ abzulichten. Als Verbraucher sieht man nicht die Zeit, die dafür investiert wird, um die Haut makellos und rein zu machen, die Proportionen zu verkleinern und ein Idealmaß zu schaffen, das im realen Leben so gar nicht mehr stehen könnte bzw. wo auch gar keine Organe mehr im Körper Platz hätten.

Am Schluss gab sie den Mädchen mit auf den Weg, an ihrer Individualität festzuhalten und sich nicht von Bildern blenden zu lassen, die sowieso alle nur aus der Bearbeitungsmaschinerie stammen. An sich selbst zu glauben und sich von keinem etwas einreden zu lassen - jeder hat etwas, mit dem er nicht zufrieden ist, das sind aber nur Äußerlichkeiten, das war die Botschaft.

Ein herzliches Dankeschön an Frau Cook für den sehr eindrücklich geschilderten Vortrag. Gerade in der medialen Zeit ist es wichtig, dieses Thema aufzugreifen und zu zeigen, dass „nichts ist wie es scheint“. Vor allem junge Menschen bewegen sich in den Social Medias und suchen dort nach Anerkennung, jeder Like für ein hochgeladenes Bild ist erstrebenswert. Dabei zeigt sich natürlich jeder von seiner Schokoladenseite und demonstriert nur das Schöne und Positive. Frau Cook sensibilisierte deshalb die Teilnehmerinnen, nicht nur aufs Äußere zu achten, sondern vielmehr den Menschen als Ganzes zu sehen - mit all seinen Facetten.

 

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