Zusammenfassung der Ergebnisse der Fremdevaluation der
Neckar-Realschule Nürtingen

Liebe Eltern, liebe Schüler,

zunächst möchte ich Ihnen auf diesem Weg nochmals herzlich danken für Ihre Beteiligung im Rahmen der vom Landesinstitut (LS) durchgeführten Fremdevaluation an unserer Schule.

Wie Sie vielleicht wissen, hat diese Fremdevaluation am 28. und 29. Juni 2011 an unserer Schule stattgefunden unter Miteinbeziehung von 3 Eltern-, 3 Schüler- und 3 Lehrerinterviewgruppen mit jeweils 6 bis 8 Teilnehmern, einem Interview mit der Schulleitung, 13 Unterrichtsbesuchen in verschiedenen Fächern und Klassenstufen bei verschiedenen Lehrkräften, einem Hausrundgang. Dies alles erfolgte auf der Basis unseres weit mehr als 1000seitigen Schulportfolios.

Dieses elektronische Schulportfolio mit allen wichtigen Standardunterlagen (unter anderem Statistik, Organisation, Lehrerkonferenzen, Arbeitsgruppen der Lehrer, pädagogisches Schulkonzept, die Ergebnisse der Selbstevaluation, die Weiterentwicklung der Schule, …) ist quasi das „Gedächtnis“ und das „ständige Arbeitspapier“ der NRS, welches von allen Kolleg/innen stets elektronisch einsehbar ist und von allen Mitgliedern des Kollegiums permanent fortgeschrieben wird.

Den endgültigen Evaluationsbericht erhielt die Schule am 07. November 2011.

In zwei Lehrerkonferenzen wurde dieser Bericht vorgestellt und besprochen sowie die Zielvereinbarungen mit dem Schulamt Mitte März 2012 festgelegt.

In der ersten Schulkonferenz mit den 3 Eltern- und 3 Schülervertretern wurde dies ebenfalls besprochen.

Die ganze Selbstevaluation (seither intern an ca. 10 Themenfeldern erfolgt) und die Fremdevaluation dienen dem Qualitätsmanagement der Schule und sind zentral vom Ministerium so beschlossen.

Schulleitung, das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler der NRS sind darauf stolz, so gut abgeschnitten zu haben. Insgesamt wurde 11 x eine ausgezeichnete Praxis an unserer Schule bestätigt, z. B. das selbstgesteuerte Arbeiten der Schülerinnen und Schüler und die fachliche und pädagogische Zusammenarbeit, (im Übrigen siehe Anlage: Einschätzung der Neckar-Realschule Nürtingen).

Die hohe Qualität des Abschneidens zeigt sich auch, in dem sich das Fremdevaluationsteam auf nur 3 Empfehlungen festgelegt hat, davon als letzte Empfehlung so weiter zu arbeiten wie bisher.

Dank an dieser Stelle allen am Schulleben Beteiligten.  

Der gesamte Bericht umfasst 48 Seiten. Daher beschränken wir uns hier nur auf die dreigliedrige Bewertungsskala aller 26 beobachteten Ergebnisse. Die Nr. 26 war uns voll bewusst, diese haben wir für das Schuljahr 2012/13 fest eingeplant; wir mussten hier Prioritäten setzen.  

Eine Stellungnahme gegenüber dem Schulträger hinsichtlich unseres äußerst kleinen Lehrerzimmers (68 m2 statt 153 m2 – wievom Regierungspräsidium vorgesehen) durften wir auch abgeben. Schade, dass trotz Einführung eines Ganztageszuges ab dem Schuljahr 2013/14 – und damit einer einhergehenden längeren Arbeitszeit der Kolleginnen und Kollegen in der Schule – vom Schulträger aus Kostengründen keine positive Perspektive in Aussicht gestellt werden konnte.

Ferner nennen wir Ihnen die Fünf Zielvereinbarungspunkte, die wir mit dem Staatlichen Schulamt getroffen haben:  

 

   Ziel                    Termin der Zielerreichung            

Implementierung verschiedener Elemente

des Kooperativen Lernens in allen Klassen

Permanenter Prozess in Folge von natürlicher Fluktuation

Bilinguales Lernen an der NRS als Profil innerhalb der

Bildungslandschaft von Nürtingen

Sommer 2019

Die Schüler sind am Ende von Klasse 10 pädagogisch und

medial auf die Herausforderungen einer digitalen Welt vorbereitet

Sommer 2016
Implementierung einer Feedbackkultur Sommer 2016
Das GTS-Konzept ist aktualisiert umgesetzt September 2016

 

Die nächste Fremdevaluation an der NRS findet voraussichtlich im Jahr 2016 statt.

Mit freundlichen Grüßen

Rüdiger Illig, ehemaliger Realschulrektor 

 

 

 

Qualitätskontrolle für den Unterricht

VON PHILIP SANDROCK

Schulen im Land werden seit vier Jahren evaluiert ? Kürzlich wurde die Nürtinger Neckarrealschule unter die Lupe genommen

Lehrer benoten seit eh und je Schülerleistungen. Aber wer beurteilt eigentlich die Qualität der Ausbildung an einer Schule? Um das zu ändern, werden seit 2008 im ganzen Land Schulen benotet . Die Prüfer schauen, ob Lehrer und Schulleiter auch ihre Hausaufgaben gemacht haben. Kürzlich bekam die Nürtinger Neckarrealschule Besuch aus Stuttgart.

 

NÜRTINGEN. Wer bei einer Prüfung gut abschneiden möchte, der muss sich gut vorbereiten. Das gilt für Schüler, die Klassenarbeiten schreiben, ebenso wie für Schulen, bei denen sich das Landesinstitut für Schulentwicklung ankündigt. Denn das Stuttgarter Institut ist für die sogenannte Fremdevaluation von Schulen zuständig. Vereinfacht heißt das: Prüfer nehmen Schule, Schulleitung, Lehrerkollegium und Schüler genau unter die Lupe. Die Prüfer werten Unterlagen aus, interviewen Lehrer, Schüler und Eltern und beurteilen schließlich, ob eine Bildungseinrichtung die geforderten Qualitätskriterien erfüllt.

Für diese Evaluation müssen Lehrer und Schüler zwar nicht büffeln. Lange Abende am Schreibtisch waren zum Beispiel dem Leiter der Neckarrealschule Rüdiger Illig sicher: „Wichtigste Grundlage der Evaluation ist unser Schulportfolio.“ Das musste in den vergangenen Jahren erstellt werden. Mittlerweile sei es an seiner Schule über 1000 Seiten dick, berichtet Illig. Es enthalte alle wesentlichen Informationen zur Schule, von statistischen Daten wie Personalstellen, Schülerzahl, Schulcurriculum, Absolventen bis hin zum Schulleitbild und sämtlichen Aktivitäten der Schule.

Schulen überprüfen sich selbst
Außerdem wurden an der Neckarrealschule schon im Vorfeld eigene Richtlinien zur Evaluation festgelegt. Die Schule prüft sich so seit einigen Jahren selbst. Das sei eine Folge des neuen Bildungsplans, der den Schulen, als er vor acht Jahren eingeführt wurde, mehr Selbstständigkeit zubilligte. „Wir haben größere Freiräume, aber damit auch mehr Verantwortung“, sagt Illig.

Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, wurde eine Arbeitsgruppe zur Selbstevaluation gebildet und Fortbildungen besucht. Ziel war es, ein Qualitätsmanagement für die Bildung einzuführen. „Die gemeinsame Ausbildung hat uns als Team zusammengeschweißt“, sagt Gerhard Ehrfeld, Lehrer an der NRS. Der Prozess habe 2005 angefangen. Vorgänge an der Schule sollten künftig reflektiert, bewertet und verbessert werden. Egal ob es sich ums Fach Mathematik, das soziale Engagement oder die Gestaltung der Lehrerkonferenz handelt. Überall wo Bedarf angemeldet wird, wird fleißig evaluiert. Eines jedoch betont Schulleiter Illig besonders: „Man evaluiert nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg.“ Vielmehr müsse man alle miteinbeziehen. „Die Selbstevaluation ist quasi ein Feedback für uns“, sagt der Rektor. Schulintern habe die neue Eigenkontrolle einiges bewegt, wirft Ehrfeld ein: Die Rückmeldung schaffe eine neue Atmosphäre der Offenheit.

Aber die angekündigte Fremdevaluation hat dennoch für arbeitsreiche Tage gesorgt: Die Prüfer wollten 13 Klassen besuchen, zahlreiche Lehrer, Eltern, Schüler und den Schulleiter interviewen und darüber hinaus das gesamte Schulportfolio durcharbeiten.

Die Arbeit hat sich, zumindest für die Neckarrealschule, gelohnt: Der Unterricht erhielt gute Noten, lediglich die Leistungsbeurteilung und Leistungsrückmeldung kritisierten die Prüfer. Die Professionalität der Lehrer erhielt auf der Bewertungsskala ebenso durchgehend Bestnoten wie die Schulführung. Auch in punkto Schulleben und Klassenklima gab es viel Lob vonseiten der Stuttgarter Prüfer. Die schuleigene Qualitätssicherung stieß ebenfalls auf Zustimmung der Experten. Mit einer Ausnahme: Das individuelle Feedback sei noch verbesserungswürdig. Daran will die Schule nach eigenen Angaben jedoch arbeiten.

Die Schulen, die evaluiert werden sollen, werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, weiß Volker Gehlhaar, stellvertretender Direktor des Landesinstituts für Schulentwicklung (LS). Dabei würden alle Schulformen gleichermaßen berücksichtigt. Allerdings könne vonseiten der Schulämter oder Regierungspräsidien bei wichtigen Gründen eine Fremdevaluation verschoben werden. „Das wäre zum Beispiel, wenn kurz vorher ein Schulleiterwechsel stattgefunden hat“, so Gehlhaar. Man könne inzwischen sagen, dass das Prüfverfahren sich etabliert habe. „Es wird von den Schulen gut angenommen“, sagt er. Es sei klar geregelt, dass es keine Inspektion ist, sondern ein neutraler Blick von außen.

Vorgesehen sei, dass die Schulen in einem Zyklus von fünf Jahren erneut evaluiert werden. Damit kommt auf die Fachleute vom LS viel Arbeit zu. Immerhin müssen sie rund 4000 Schulen im Land beurteilen. Pro Schule rechne man etwa zwei bis drei Wochen Vorbereitung und etwa einen Monat, bis die Ergebnisse ausgewertet und der Bericht angefertigt sei, so Gehlhaar. Die Schulen müsse diesen Bericht schließlich an den Schulträger, meistens sind das die Städte und Gemeinden, und die zuständigen Behörden, die Regierungspräsidien und die Schulämter, weiterleiten, zusammen mit Vorschlägen, wie eventuelle Kritikpunkte angegangen werden sollen.

Für das Schulleben gab es an der Neckarrealschule Bestnoten.

NTZ vom 30.3.2012

 

So erreichen Sie uns